CO₂ Evaluierung auf Quartiersebene
Die Bewertung von CO₂‑Emissionen ist entlang der Planungsebenen unterschiedlich entwickelt. Während auf Objektebene klare Standards existieren, fehlen auf Grundstücks- und Quartiersebene wirksame Instrumente. Das Forschungsprojekt gemeinsam mit der Universtität Trentino (IT) untersucht diese Lücken systematisch.
Objektebene
Auf Ebene des einzelnen Gebäudes ist die CO₂‑Bewertung am weitesten entwickelt. Über den Energieausweis sowie die Bautechnikverordnung werden Grenzwerte und Energiekennzahlen verbindlich festgelegt. Ergänzend ermöglichen standardisierte Verfahren wie der Ökoindex (OIB3) eine ökologische Bewertung.
Die CO₂‑Bilanz ist hier somit quantifizierbar, vergleichbar und regulatorisch abgesichert.
Grundstücksebene
Begrünungstypologien (extensiv/intensiv; Dach/Fassade), Versiegelungsgrad und Mikroklima bleiben bislang unreguliert, obwohl sie entscheidend für die CO₂‑Bilanz sind. Bei den Gemeinden herrscht Unkenntnis darüber, welche Bebauungsbestimmungen Wirkung erzeugen
Quartiersebene / Dauersiedlungsraum
Bebauungsdichte vs Bepflanzungsdichte, Baulandwidmung vs Bodensubstratverlust, CO₂ Wirksamkeit des räumlichen Entwicklungsplans
Raumplanerische Entscheidungen (Widmung, Dichte, Freiraum) beeinflussen die CO₂‑Bilanz maßgeblich, werden aber nicht bewertet.
Landes- / Bundesebene
CO₂ wird über den internationalen Emissionshandel sektoral reguliert, jedoch ohne Rückkoppelung in die raumplanerisch maßgebliche Ebene: die Gemeinden.
Die Emissionen im Bereich des Verkehrs (Stichwort Bebauungsdichte, Stichwort öffentlicher Verkehr) sowie des Gebäudewesen werden maßgeblich auf kommunaler Ebene definiert. Solange diese nicht mit den bundesweiten Emisionszielen verknüpft werden, gibt es auf Gemeindeebene keine Notwendigkeit diese Ziele einzuhalten.
Während auf Objektebene präzise Instrumente existieren, entstehen auf Grundstücks- und Quartiersebene entscheidende Lücken. Gerade hier liegen jedoch die größten Hebel zur Transformation.
Das Projekt zeigt, dass eine durchgängige CO₂‑Bewertung über alle raumplanerischen Maßstabsebenen hinweg notwendig ist!